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Völkermord an Armeniern – Gefangen in der Opferrolle

Der Völkermord an den Armeniern jährt sich zum 101. Mal. Noch immer drücken sich internationale Akteure davor – auch Kanzlerin Merkel – dies gegenüber der Türkei eindeutig zu benennen. Gerade Deutschland müsste hier Klartext reden.

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Eine Analyse von Michael Heussen, WDR

Jetzt ist es 101 Jahre her, dass ihre Familien von den Türken auf den langen Todesmarsch in die Wüste geschickt oder gleich ermordet wurden. Zu Hunderttausenden, vielleicht waren es sogar 1,5 Millionen, wurden die Armenier im Osmanischen Reich vernichtet. Ein Verbrechen, wie es die Welt bis dahin noch nicht gesehen hatte, und weil sie es auch nicht sehen wollte, diente es als Blaupause für ein noch viel größeres Verbrechen 25 Jahre später. Es wurde anfangs sogar derselbe Name verwendet: Holocaust.

Der Begriff Völkermord oder Genozid wurde von den Vereinten Nationen geschaffen, um das, was den Armeniern widerfahren ist, juristisch zu erfassen. Doch heute noch sind die wichtigsten politischen Akteure zu feige, ihn in den Mund zu nehmen. Denn es ist klar, welche Reflexe er in Ankara auslösen würde. Und weiteren Ärger mit Präsident Recep Tayyip Erdogan will sich zur Zeit niemand einhandeln.

Den Link zum Artikel gibt es hier.

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